Krankenhaus

LKH Steyr

2001 wurde der Wettbewerb Krankenhaus Steyr EU-weit ausgeschrieben und von uns in Kooperation mit dem Architekturbüro Stelzer, Hutter und Jaksch gewonnen. Die Bauaufgabe umfasste die Neubauten Schneidendes Zentrum (Gebäude für Unfallchirurgie, Orthopädie, HNO, Physikalische Medizin und Tagesklinik), Gebäude für Psychiatrie und Neurologie, Verwaltungs- gebäude, Ver- und Entsorgungsgebäude, Heizhaus, Parkgarage, sowie Umbauten und Adaptierungsarbeiten an bestehenden Krankenhausgebäuden.

Städtebauliche Aspekte:
Das Landeskrankenhaus Steyr ist als Pavillonsystem strukturiert. Die Bauteile sind den gestiegenen Bedürfnissen entsprechend im Zeitraum 1916 bis zur Gegenwart errichtet worden, wobei allerdings kein klares städtebauliches Konzept verfolgt wurde. In Hinblick auf diese heterogene Baustruktur schafft es der Entwurf, dass die Gebäudestruktur nun eine eindeutige Nord-Süd und Ost-West Ausrichtung aufweist. Dabei wurden bestehende Bebauungs- achsen übernommen und die bestehenden Gebäudehöhen berücksichtigt.

Das Ziel des neuen Verkehrskonzeptes war die Differenzierung der einzelnen Verkehrsströme (Rettung, Personal, Besucher), Entflechtung und Entlastung der Zu- und Ausfahrten und klare Orientierung im ganzen Krankenhaus.

Architektonische Aspekte:
Das städtebauliche Konzept wurde mit klarem architektonischem Ausdruck fortgesetzt. Kontraste zwischen vollen Wänden und transparenten Glasteilen, Geradlinigkeit und vor allem Übersichtlichkeit bestimmen die gestalterische Leitlinie.

Unter anderem war uns die Erzeugung von Innenraum mit der Qualität von Außenraum ein besonderes Anliegen – in einer geschlossenen Abteilung wie der Psychiatrie ein besonders positiv erlebter Aspekt aus therapeutischer Sicht. Ermöglicht wird dies einerseits durch das konsequente Weiterziehen der Außenhaut im Innenbereich (Therapiegärten) und andererseits durch die Steuerung des Raumklimas, die den untergebrachten Patienten ermöglicht den wechselnden Jahresverlauf zu erleben.

Die Übersiedlung von der eigenen Wohnung in das Krankenhaus ist ein kriti- sches Ereignis im Leben, verbunden mit Gefühlen der Verunsicherung, Hilf- losigkeit und Entwurzelung. Eine sorgfältige Raum- und Farbgestaltung soll dazu beitragen, dass sich Patienten im Krankenhaus geborgen, sicher und vertraut fühlen.

Die Werkstoffe Holz (im Bettentrakt) bzw. Ziegel (in der Psychiatrie) erzeugen eine behagliche Atmosphäre und ein ausgeglichenes Raumklimas. Sie sind tragender Teil der Projektgestaltung, denn das Krankenhaus bietet nur dann Schutz und ist ein Ort für Heilung und Erholung, wenn Baustoff, Grundriss, Außenraum und Umfeld zu einem Ganzen werden.

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